für temporäre gärten aachen 2008. nicht realisiert.
idee:
AutoBioScop - der Titel ist Ausdruck der Idee. Vordergründig abgeleitet vom niederländischen ‚Autobioscoop’ für Autokino, ist es doch tiefsinniger: Aufbauend auf die drei Silben ‚Auto’ [griechisch für ‚selbst’], ‚Bio’ [griechisch für ‚Leben’] und ‚Scope’
[englisch für ‚Rahmen’] ist es Ziel der Verfasser, den Blick des Betrachters durch einen Rahmen auf
das Landschafts-Leben der Soers zu richten, um es mit anderen Augen wahrzunehmen.
Von der Straße aus nur zu erahnen, liegt eingebettet in die Wiesen der Soers ein - scheinbar
verlassenes - Autokino. Alte, kaputte Autos, aufgereiht vor einer ‚Leinwand’ richten ihren Blick in die
Landschaft. Die ‚Leinwand’, nur ein großes leeres Holzrechteck, ist ‚Bilderrahmen’
und ‚Landschafts-Fenster’ zugleich.
Der Betrachter, während seines Spaziergangs durch die Soers angezogen von der skurril anmutenden
Autolandschaft, weicht von seinem Spazierweg ab, tritt näher und setzt sich in ein Auto. Durch den
ihm aus dem Kino und Fernsehen, aber auch aus Galerien vertrauten ‚Bilderrahmen’ ändert sich sein
Blick auf die Landschaft, wird distanzierter, künstlicher. Sein Blick und seine Empfindung der
Umgebung verändern sich durch das Einsteigen. Seine Sinne nehmen das Umfeld anders wahr,
gefiltert durch die umgebende Hülle des Autos. Geräusche werden gedämpft, Gerüche eines alten
Autos mischen sich mit landschaftlicher Frische und Natur, der Tastsinn nimmt Glas, Leder und Blech
wahr statt Gras, Baumrinde und Wasser. Das stillgelegte Auto - einst Symbol der mobilen Gesellschaft
gibt die Blickrichtung vor. Es zwingt seinen ‚Fahrgast’ zu einem ungewohnt ruhigen Blick auf die
Landschaft - einen Teil seiner Stadt, den er sonst nur aus dem Film, oder aus dem Auto wahrnimmt.
Er versinkt in seinen Gedanken. Der Besucher steigt wieder aus dem Auto aus,
geht an der ‚Leinwand’ vorbei und sieht die Soers mit anderen Augen.
Das AutoBioScop vermischt künstlichen Stadtraum mit natürlicher Landschaft, es lenkt die
Sinneswahrnehmung auf das Wesentliche und schärft den Blick für das Vorhandene:
Die Soers - eine Natur- und Kulturlandschaft im Wandel.
[zu den bildern]